Ein Käsebrot im Wochenbett

„Back to life, back to reality“
Ja gut, und da sind wir. Mitten in der Realität. Ungeschönt, ungeschminkt, unaufgeräumt. Und echt. Einfach echt. Lebendig und todmüde. Erfüllt und Ausgelaugt. Und das alles zusammen. Klingt anstrengend und ist es auch – das liebe Wochenbett.
Diese Serie mit Svenja und ihrer Maus bedeutet mir viel. Denn: ich habe viel Kontakt zu werdenden und gewordenen Müttern, die sich in genau dieser Lage befinden. Am Ende einer Schwangerschaft, die Geburt erlebt und damit auch die Geburt eines neuen Selbst als Mensch & Mutter. Auf dem Weg & zugleich ohne Zieladresse.
Ich werde gebucht, um schöne Erinnerungen zu schaffen. Dieses Shooting ist für viele der erste Moment, an dem sie sich mal wieder schick machen, ins alte Ich schlüpfen, denn klar: jeder möchte gut aussehen. Absolut legitim!
Was ich aber auch oft höre ist: „bitte entschuldige, wie ich aussehe. Bitte entschuldige, wie die Wohnung aussieht. Bitte entschuldige meine Unbeweglichkeit, meine noch nicht passende Hose …“
Und das tut mir jedesmal weh zu hören, denn hier muss sich niemand entschuldigen.
Und ich denke, das Gefühl von Scham hat auch vielleicht ein klein wenig damit zu tun, dass wir immer nur „die perfekte Wohnung/Mutter/Kleidung/Makeup“ vors Gesicht gehalten bekommen und JA, wir alle verstehen das – aber gerade in Ausnahmesituationen wie dem Wochenbett darf man auch gerne einmal normaler Mensch sein.
Denn: es ist fast überall gleich. Keine Wohnung ist perfekt aufgeräumt. Und die Hosen passen meistens auch noch nicht wieder.
Ich möchte, dass das Entschuldigen aufhört. Damit es das tut, muss einem vielleicht erstmal klar werden, dass es nichts zu entschuldigen gibt.
Ich möchte, dass ihr, liebe Mütter, euch gut genug fühlt und euch nicht noch eine neue Messlatte auferlegt, die da lautet: „ich muss perfekt aussehen für schöne Bilder.“
Traut euch, euren aktuellen Stand der Dinge festzuhalten. In all seinen Facetten. Denn sie gehören einfach dazu und sind das echte Leben.




